Laissez-Faire Erziehungsstil

Antiautoritäre Erziehung und Laissez-faire werden sehr häufig miteinander verwechselt. Während jedoch die antiautoritäre Erziehung erreichen will, dass das Kind als gleichberechtigter Partner mit eingeschränktem Mitspracherecht aufwächst, so bedeutet eine Laissez-faire Erziehung hingegen, dass die Kinder weder gesellschaftliche Regeln, noch Normen und Grenzen beigebracht oder hinreichend aufgezeigt bekommen.

Die Merkmale

Frei übersetzt heißen diese Worte, "Mach MAL"! Das bedeutet für die Kinder, dass sie nach ihrem eigenem Willen schalten und walten dürfen. Die Kinder erhalten nur minimale Vorgaben und sind weitestgehend auf sich allein gestellt.
Eltern, die diesen Stil benutzen, stellen sich gegenüber ihrer Umwelt gerne als besonders liberal dar. Sie sind stolz darauf, dass sie keine Grenzen setzen. Sie verhalten sich gegenüber ihrem Nachwuchs zwar meist freundlich, aber gleichzeitig auch total desinteressiert und teilnahmslos.
Dadurch entsteht für die Außenwelt nicht selten der Eindruck, dass diese Kinder gar nicht erzogen ja, dass sie sogar eher sträflich vernachlässigt werden. Schließlich wird auf die Bedürfnisse der Kinder fast gar nicht eingegangen. Der Erzieher greift nur in absoluten Notsituationen ein und gibt Hilfestellungen auch nur dann, wenn sie ausdrücklich vom Kind eingefordert werden.

Die Vor- und Nachteile

Wenn überhaupt ein Vorteil dieses Erziehungsstils aufgezeigt werden kann, dann ist das die Tatsache, dass diese Kinder ohne Ausübung von körperlicher Gewalt aufwachsen. Aufgrund der Tatsache, dass sie für Fehlverhalten egal welcher Art, keine Sanktionen erwarten müssen, sind sie in der Regel ziemlich respektlos und zeigen sich relativ furchtlos. Hinlänglich bekannt sind jedoch zahlreiche Nachteile, die sich aus der Laissez-faire Erziehungsmethode ergeben.
Es wurde beobachtet, dass diese Kinder im Verlauf ihres Lebens häufig beziehungsgestört sind. Sie haben Probleme damit, dauerhafte Bindungen aufzubauen. Anpassungsschwierigkeiten in der Schule sind vorprogrammiert und die Anforderungen dort können auch oft nicht erfüllt werden. Die Pflege so wie der sorgsame Umgang mit persönlichen und fremden Gegenständen lässt sehr zu wünschen übrig. Häufig neigen diese Kinder auch zur Kriminalität und zum Missbrauch von Drogen.

Diese Untersuchungen machen deutlich, dass dieser Erziehungsstil nicht umsonst gesellschaftlich äußerst umstritten ist. Der Grat zwischen der sogenannten Eigenverantwortlichkeit und einer Vernachlässigung des Kindes ist sehr schmal.

 

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